Unser Buch

Erst wenn Ihr bei uns seid

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Mein Sohn spricht aus
dem Jenseits

− mit seiner Schwester

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Die Rache der Tiere.

Sehr geehrte Frau Barbara Rütting!
 
In einer TV-Sendung sagten Sie BSE und MKS, das wäre die Rache der Tiere.
Da muss ich Ihnen zustimmen. Nur, die schlimmste Rache haben Sie vergessen.
 
Oder glauben Sie es ist Zufall, wenn die größte Geißel der Menscheit einen Tiernamen hat?
Oder glauben Sie es ist Zufall, wenn ein Gegeißelter plötzlich kein Fleich mehr ißt.
 
Und weil jeder Vierte gegeißelt wird, kann jede Familie aus jeder Generation ein Lied davon singen.
 
Ein äußerst brutales Tier fällt da über den Menschen her. Und das kennt keine Gnade.
Gierig frisst es sich durch die Gedärme, nagt genüsslich an Knochen, vergiftet das Blut.
 
Kein Organ im menschlichen Körper ist vor diesem Monster sicher.
Und dabei lässt es sich Zeit, sehr viel Zeit, manchmal Jahre.
Die geschockten Angehörigen stehen mit leergeweinten Augen vor dem Szenarium.
Sie leiden nicht minder.
 
Waren sie doch schon bei den Oberschlauen, die von sich behaupten, sie hätten eine Keule.
Damit könnten sie das Tier erschlagen. Fehlanzeige. Und immer wieder die zwei Worte: "ZU SPÄT".
 
"ZU SPÄT" heißt: DasTier rückt seine Beute nicht mehr raus.
 Es wird seine Aufgabe erfüllen und mit der Beute sterben.
 
Mutter, Mann, Schwester und ein Enkelkind hat mir dieses Tier weggefressen.
 
Und als der Schmerz am größten war, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. "Das ist die Rache der Tiere".
 
Herzliche Grüße von Walburga Lindl

 

 

Die schlaue Gans

Weihnachten steht vor der Tür

Auf einem nahen Bauernhof ist Gänseschlachttag.

 Die Bäuerin holt eine nach der anderen aus dem Stall stellt sich mit ihren klobigen Kloks auf die Zehen der Gänse und dreht ihnen mit einem Kochlöffel den Kragen um. Das ist ein besonders gekonnter Dreh und je öfter man das macht entwickelt er sich zur Routine…

Keiner denkt sich was dabei. Außer einer Gans, die noch im Stall auf ihr Ende waretet..

 Sie lugt durch einen Ritz ins Freie und beobachtet die Hinrichtung ihrer Schwestern. Sie hat Todesangst..als sie dran ist schlägt sie so heftig mit ihren großen Flügel, dass sie die Bäuerin fallen lässt.. Das genügt um sofort Reißaus zu nehmen. Sie läuft mit ausgebreiteten Flügel so schnell sie kann in die Freiheit. Sie will leben…

Ihr Fluchtweg führt an unserem Hotel vorbei. Über das geheime Wissen der Tiere werden Bücher geschrieben und so denke ich, hat diese Gans gewusst, dass in diesem Haus, besonders tierliebe Menschen wohnen. Sie bremst vor der Eingangstür scharf ab und schnattert laut . Genau so wie Menschen wenn sie ein Zimmer suchen

Die Türe geht auf und ein junger Mann fragt mit freundlicher Stimme wohin sie denn wolle

Da schlüpft sie schnell und voller Panik dem jungen Mann durch die Füße und versteckt sich hinter einem Blumenkübel. Da war schnell klar die verängstigte Gans hatte ein traumatisches Erlebnis. Wir denken an einen Hund oder Fuchs…Erst später erfahren wir von ihrem Schockerlebnis

Erst einmal war klar diese edele, wunderschöne Gans bleibt bei uns. Weil wir aber für so ungewöhnliche Gäste keine Zimmer vermieten…umständehalber.. nehmen wir sie mit in die Wohnung… Erst wurde sie dem Hund vorgestellt und dann den Katzen. Sie waren fast alle einverstanden.mit dem neuen Hausgenossen.

Cimba, unser Hund, erlaubte ihr sogar aus seinem Napf zu fressen. Nur Mietz und Mautz die Katzen erheben ihre Tatzen.

Plötzlich steht die Bäuerin v. nahen Bauernhof vor der Tür und fragt ob da vielleicht eine Gans vorbeigekommen wäre. Wir sagen, nein da ist niemand vorbeigekommen. Da haben wir nicht einmal gelogen, denn sie ist nicht vorbeigekommen sondern hereingekommen.

Also sagten wir mit ruhigen Gewissen die Wahrheit.

Jetzt ist es aber so, dass sich alles schnell herumspricht und jeder von unserem neuen Mitbewohner weiß.

Da steht eines Tages die Bäuerin wieder vor der Tür und behauptet das wäre ihre Gans.

Was kostet eigentlich so eine Gans netto, will ich wissen

also minus Kochlöffel, Federn ausrupfen und Strom für die Bratröhre ?

Gerne hätte ich ihr den Preis bezahlt.. Da überkommt sie doch ein Schamgefühl und so wehrt sie sich Geld anzunehmen. Sie erzählt uns vielmehr warum ihr die Gans weggelaufen ist

Und so kann ich diese Geschichte schreiben.

Bis zum Frühjahr hat sie bei uns gelebt wie ein Hund ist sie uns auf Schritt und Tritt nachgelaufen.. Machte es sich auf dem Sofa gemütlich, verteilte großzügig, an alle und jeden, Gänseküsschen.
Das sind die zarten Zwickerli ins Ohr, Nase und in die Haare..Ihr leises Lispeln hat sich so angehört, als wäre sie die glücklichste Gans der Welt....Ab und zu legte sie, als besonderes Dankeschön, ein Ei., deren Inhalt fünf Hühnereier ersetzt.

Plötzlich war sie verschwunden..wäre aber mit einem Gänserich Richtung Fluss gesehen worden. Ja stimmt, sie war in Hochzeitsstimmung… an den unmöglichsten Stellen hat sie versucht ein Nest zu bauen. Sie möchte sicher Kinder haben. Nur ohne Mann? Bliebe das, auch für eine Gans, nur ein Wunschtraum….. Das hat unsere schlaue Gans gewußt…

Autor Walburga Lindl